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Alles was Recht ist

Ein Schüler als Praktikant – welche Besonderheiten gibt es, wenn die Mitarbeiter noch lange nicht volljährig und auch nur kurzzeitig da sind? Hier finden sich wichtige Gesetzesvorschriften für die Zielgruppe.

Das Betriebspraktikum gilt als Schulveranstaltung mit allen einhergehenden Versicherungsregeln und einer Absicherung durch die Unfallkasse Hessen, basierend auf einem Erlass des Kultusministeriums. Dort finden sich auch Mustervorlagen für die Benennung des betrieblichen Ansprechpartners sowie ein Beispiel für eine Verschwiegenheitspflichterklärung des Praktikanten.

Rechtliche Grundlage für die Beschäftigung von Schülerpraktikanten ist das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), das Kinder und Jugendliche vor Überforderung und Überbeanspruchung in der für sie noch neuen Arbeitswelt schützen will. Dazu gehören einmal die Fragen rund ums Thema Arbeitszeit, das wir als Infoblatt zum Herunterladen bereitstellen und eine ganze Reihe von Vorschriften, die besagen, was die jungen Kollegen allgemein nicht dürfen, zum Beispiel

  • Arbeiten, bei denen sie schwere Lasten (regelmäßig mehr als 10 Kilogramm) bewegen müssen
  • Arbeiten, bei denen man nur stehen oder in einer bestimmten Körperhaltung ausharren muss
  • Arbeiten mit einer hohen Verantwortung, welche die psychische Leistungsfähigkeit übersteigen, zum Beispiel alleine in einem Geschäft 
  • Akkordarbeit oder am Fließband stehen
  • Arbeiten, bei denen sie sittlichen Gefahren ausgesetzt sind
  • Kontakt mit besonders gefährlichen biologischen Arbeitsstoffen, Krankheitserregern und Gefahrstoffen im Sinne des Chemikaliengesetzes
  • Arbeiten in einer besonders heißen, kalten oder nassen Umgebung oder mit viel Lärm, Erschütterungen und Strahlung

Wichtig sind in dem Zusammenhang auch die Paragraphen 28 und 28a des JArbSchG, die die "menschengerechte Gestaltung der Arbeit" betreffen – insbesondere unter Berücksichtigung des mangelnden "Sicherheitsbewusstseins, der mangelnden Erfahrung und dem Entwicklungsstand der Jugendlichen" – und eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen vor Beginn des Praktikums fordern. Paragraph 29 fordert zudem eine "Unterweisung über Gefahren" mit Blick auf mögliche Unfälle oder die Gefährdung der Gesundheit, sowohl vor Beginn der Tätigkeiten als auch bei wesentlichen Änderungen.

Konkrete Beispiele gibt es ebenso in den Unterseiten dieses Webauftritts für bestimmte Beschäftigungsorte wie Gastronomie, Werkstätten oder Pflegeeinrichtungen.

Die Einhaltung all dieser Vorschriften empfiehlt sich nicht nur im Interesse der Zukunft der Jugendlichen, sondern auch, weil bei Missachtung empfindliche Strafen drohen. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit, in schlimmeren Fällen auch als Straftaten mit Geldbußen bis zu 15.000 Euro verfolgt werden.


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