Einsatz in der Werkstatt

Laute Kreissägen, große Pressen und viele andere Maschinen – Werkstätten üben auf viele Jugendliche eine große Faszination aus. Allein schon aufgrund der im Vergleich zum Heimwerkerbedarf deutlich größeren Maschinen können sich Jugendliche leicht überschätzen.

Gerade in Werkstätten passieren viele Unfälle - und das insbesondere Neulingen.

Eine Einweisung in den Umgang mit den erlaubten Geräten zu Beginn ist also Pflicht für jeden Praktikanten. Dabei sollten auch die vielleicht unerwarteten Reaktionen angesprochen werden, wie die Zerspanungskräfte bei der Holzbearbeitung. Dasselbe gilt auch für die Arbeit mit allen elektrischen Geräten. Auch bei kleinen Geräten sollten die Jugendlichen dazu angehalten werden, zuerst zu prüfen, ob es das richtige ist und ob alle Anschlussleitungen, Steckvorrichtungen, beweglichen Teile und Schutzabdeckungen sowie das Gehäuse vorhanden und in Ordnung sind. Wenn sie einen Schaden entdeckt haben, muss das Gerät zu einem geeigneten Ansprechpartner gebracht werden. Die Reparatur darf auf keinen Fall selbst versucht werden. 

Viele unterschätzen auch die Gefahren durch Lärm – doch selbst wenige Minuten ohne entsprechenden Schutz in der Nähe einer Flex reichen aus, um das Ohr für den ganzen Tag zu überfordern, sodass es sich erholen muss, um keinen dauerhaften Schaden zu nehmen. Die nötigen Stöpsel oder ein anderer Gehörschutz sollten also in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt und auch die übrigen Mitarbeiter in diesem Bereich an ihre Vorbildfunktion erinnert werden. Zu dieser persönlichen Schutzausrüstung gehören neben den Ohrstöpseln auch Handschuhe und spezielle Schuhe, mindestens mit einer Schutzkappe vorne an den Zehen oder auch mit einer durchtrittsicheren Sohle für die Arbeit auf einer Baustelle.

Viele Tipps, gerade auch für Neulinge in Werkstätten, bietet übrigens die Broschüre "Der erste Tag - Leitfaden für den Unternehmer als Organisationshilfe und zur Unterweisung von Neulingen" oder die Publikation "Jugendliche in Betrieben derMetallbranche" - bei herausgegeben von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall bzw. der Berufgesnossenschaft Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse

Zudem sollten die Jugendlichen dafür sensibilisiert werden, dass Ringe, Arm- oder Halsbänder sowie weite, flatternde Ärmel, Schals oder lange offene Haare ein Risiko darstellen, das sich leicht umgehen lässt.

Verringern lässt sich auch die Gefahr von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen, der häufigsten Unfallursache bei Arbeitnehmern in diesem Bereich. Warnklebebänder vor Bodenunebenheiten sind also Pflicht, Handläufe an Treppen ebenso. Den Jugendlichen sollten zudem Tipps für das richtige Bewegen von Gegenständen (mit einem Maximalgewicht von 10 Kilogramm) gegeben werden. Zum Beispiel sollten sie darauf achten, dass die Gegenstände beim Tragen nicht so hoch aufgestapelt sind, dass sie die Sicht einschränken.