Keine sicheren Stoffe? Kein Problem

Was Gefahrstoff bedeut, verrät der Name. Doch er verheimlicht, wo es diesen Stoff gibt – nämlich in vielen Bereichen. Sei es in Werkstätten, in zahlreichen Mitteln beim Friseur bzw. in Kosmetik, in Putz- und Desinfektionsmitteln oder in Pflegeeinrichtungen. Wie man mit ihnen umgeht, verraten oft Warnhinweise auf den Behältern – sie sollen dafür sorgen, dass auch nach der Benutzung noch die Chemie stimmt zwischen der Substanz und dem Anwender.

Kennzeichnung kennen.

Als Obelix als Kind in das Fass mit Zaubertrank gekrabbelt ist, war das das Beste, was ihm passieren konnte. Doch in der Realität ist es mit unbekannten Stoffen, noch dazu solchen in Industriebetrieben, meist genau andersrum. Vorsicht also im Umgang mit Substanzen, die ihr nicht kennt – schaut zunächst auf mögliche Warnschilder.

Was diese im Einzelnen bedeuten, hat euch sicher euer Praktikumsbetreuer genau auf euren Arbeitsbereich bezogen erklärt. Nicht immer gibt es übrigens diese Warnschilder – denn viele Gefahrstoffe entstehen erst während eines Produktionsvorgangs, zum Beispiel beim Schweißen, bei Holzarbeiten oder wenn Dieselmotoren laufen. Gut, wenn in solchen Fällen ausreichend gelüftet wird oder eine leistungsstarke Absauganlage im Einsatz ist.

Damit nichts ins Auge geht!

Friseur
Friseur © Unfallkasse Hessen

Am allerwichtigsten jedoch sind Handschuhe und Schutzbrillen, die euch sicher euer Praktikumsbetreuer gegeben hat. Auch wenn es lästig ist und man weniger fingerfertig damit ist: Zieht unbedingt die Handschuhe an, wenn ihr Substanzen umfüllen (natürlich nur in geeignete Gefäße, die man nicht verwechseln kann – also keine Getränkeflaschen oder leere Joghurtbecher, weil sonst gerade nichts anderes da ist) oder gar transportieren müsst.

Da ist es übrigens selbstverständlich, das immer mit geschlossenen Behältern zu machen – und wenn gleich ein paar Kilos bewegt werden sollen, holt euch auf alle Fälle Hilfe, denn mit dem ungewohnten Gewicht kann man sich nicht mehr so sicher und leicht bewegen. Stürze oder auch nur Stolperer können da schon das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen bringen – und gerade der Kontakt von Substanzen mit der Haut wird in seiner Wirkung oft unterschätzt.

Wer schön sein will muss leiden!?

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Apropos Hygiene: Handschuhe tragen sollte man auch in einem Friseursalon, wenn man bestimmte Pflege- und Färbemittel anrühren muss – dann aber nicht zu lange, das schadet zu sehr eurer Haut. Unpraktisch sind Handschuhe dagegen, wenn man Kunden die Haare wäscht. Durch den häufigen Kontakt mit Wasser und chemischen Stoffen wird eure Haut leicht angegriffen. Versucht also zum einen, dann wenigstens am Abend daheim milde, hautneutrale (pH 5,5) und unparfümierte Waschlotion zu benutzen und eure Hände sanft abzutrocknen. Zum anderen solltet ihr euren Händen rückfettende Hautcremes gönnen.